Um die erste Jahrtausendwende eroberte in Japan ein Buch die Herzen der Leser im Sturm: "Die Geschichte vom Prinzen Genji" machte die Schriftstellerin Murasaki Shikibu zu einer Berühmtheit. Die Abenteuer und Liebeshändel ihres romantischen Helden gingen in die Weltliteratur ein und wurden in viele Sprachen übersetzt. Wer war diese junge Frau, die als erste Romanautorin zu Weltruhm gelangte und in den Hofstaat des japanischen Kaisers berufen wurde? Als Murasaki Shikibu in den Palast von Kyoto kommt, ist sie unerfahren und irritiert vom Glanz des höfischen Lebens: von den Intrigen und Machtkämpfen, aber auch von den erotischen Vewirrspielen, mit denen sich der Adel die Zeit vertreibt. Sie wird Hofdame der Kaiserin und Geliebte des mächtigen Kanzlers Michinaga, dessen Einfluß größer ist als der des Kaisers. Ihre Tagebücher, Briefe und Gedichte zeichnen das Bild einer klugen und sensiblen Frau, die versucht, ihre künstlerische Freiheit gegen alle gesellschaftlichen Zwänge zu behaupten. Aus den nachgelassenen Schriften der Murasaki Shikibu hat Liza Dalby ihre faszinierende Romanbiographie entwickelt. Mit historischer Detailtreue und großem Einfühlungsvermögen entführt sie den Leser in die Blütezeit einer uralten Kultur und erzählt zugleich von einem Frauenleben, das der heutigen Zeit sehr nahe ist. Die Autorin Liza Dalby promovierte an der kalifornischen Stanford University in Ethnologie. Nach dem Studium beschloß sie, den traditionsreichen japanischen Frauenberuf der Geisha nicht nur zu erforschen, sondern - als erste Ausländerin - selbst zu erlernen.
 
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